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Lockpicking – Die Kunst des Schlösseröffnens

Erstellt von Matthias am Dienstag 8. September 2009

Das Vereinlogo (c)lockpicking.org

Das Vereinslogo (c)lockpicking.org

In diesem Beitrag geht es mal nicht um IT-Technik sondern um die krasse Wirklichkeit. Auch wenn dieser Artikel mal nichts mit Ubuntu oder Linux zu tun hat, habe ich ihn ausnahmsweise trotzdem auch im Planeten veröffentlicht, da ich der Meinung bin, dass dieser auch für viele in der Open Source Szene interessant sein dürfte. Wie kann man ein Schloss in möglichst kurzer Zeit öffnen, ohne dass dies Beschädigt wird und natürlich ohne den Schlüssel für dieses zu haben?

Dies hat sich der Verein Sportsfreunde der Sperrtechnik – Deutschland e. V. (Lockpicking .org) zur Wettbewerbsmäßigen Aufgabe gemacht. Im Urlaub waren die zufällig auch vor Ort und haben Workshops angeboten und viel erklärt, aber auch sehr viel Möglichkeiten zum selber machen gelassen. Ich fand das ganze Thema ziemlich interessant und wollte es euch deshalb hier mal vorstellen, vielleicht interessiert sich der ein oder andere von euch ja auch dafür.

Erst mal erzähl ich ein paar grundlegende Sachen und dann zum Workshop.

Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, das Know-How der Schlossöffnung weiter zu verbessern und möglichst jedes Schloss öffnen zu können. Dieses Wissen darüber wollen sie sammeln und an die Vereinsmitglieder im Training weiter geben. Dabei ist dem Verein jedoch sehr wichtig, dass man immer in der Legalität bleibt. In den Vereinsregeln ist dies strikt festgehalten. Die Mitglieder öffnen immer nur Schlösser, die sie entweder besitzen oder von denen sie das Einverständnis des Besitzers haben. In kritischen Situationen (Schloss öffnen beim Nachbarn, weil die Tür zugefallen ist) lassen sie sich dieses Einverständnis schriftlich geben. Außerdem lassen sie Vereinsregeln zu den Wettbewerben und den Trainings keine Leute zu die Berufsmäßig mit der Schlossöffnung zu tun haben oder bei denen man davon ausgeht, das sie das Wissen kriminell anwenden wollen. Und mein Eindruck während des Workshops war, dass das von allen wirklich ernst genommen wird und nicht nur so dahin gesagt wird. Der ein oder andere hat auch von Kontakten zu Sicherheitsfirmen und Versicherungen erzählt, wo wohl wirklich sehr professionelle und gute Leute dabei sind, aber eben auf Grund der Vereinsregeln nicht zugelassen werden.

geschlossenes Schloss (c)Wikipedia.org

geschlossenes Schloss (c)Wikipedia.org

Zwischendurch schwang da auch immer wieder mal der Respekt vor einzelnen Personen bei Sicherheitsfirmen durch.

Nun aber mal zum Workshop.

Wir hatten erst an einer Plexiglastür gezeigt bekommen wie man eine zugefallene Tür nur mit einem Stück Plastik geöffnet bekommt. Dies geht schon mit einem ausgeschnittenen Stück aus einer PET Flasche, mit dem man Handelsübliche Haus und Zimmertüren sehr schnell und ohne weiteres auf bekommt. Dieser Trick ist denke ich mal recht bekannt, auch ich kannte ihn schon aus der Schule oder so. Wie das genau funktioniert beschreibe ich jetzt hier nicht, aber man kann es im Internet nachlesen, wenn man ein wenig sucht. Anschließend wurden uns die Schließzylinder und die verschiedenen Öffnungsmethoden gezeigt. Und dabei muss ich sagen ich und die anderen mit denen ich da war, waren wirklich sehr überrascht wie schnell dies geht und mit wie wenig Aufwand man ein Schloss, welches abgeschlossen ist geöffnet bekommt. Dies waren einfache, handelsübliche Schlösser, keine Sicherheitsschlösser. Auch ich habe nach relativ kurzer Übungszeit das ein oder andere Schloss geöffnet. Natürlich ist das eine Schloss einfacher als das andere, aber grundsätzlich geht mit Übung und Training ziemlich viel zu öffnen.

geöffnetes Schloss (c)Wikipedia.org

geöffnetes Schloss (c)Wikipedia.org

Nach den Öffnungsmethoden mit Spanner und Dietrich oder Elektropicker (mit dem es übrigens alles andere als leicht ist ein Schloss zu öffnen), ging es weiter zu Schlagschlüsseln, dabei verwendet man einen Schlüssel der besonders weit ausgefräst ist und schlägt mit einem kleinen Hämmerchen hinten drauf und durch den schnellen Schlag geht das Schloss dann unter Umständen auf, bei mir hat das nicht geklappt, aber als es mit vorgemacht wurde sah es sehr flott aus 😉

Also alles in allem finde ich das ein sehr interessantes Thema und ich hätte nie gedacht das man wirklich so schnell ein Schloss öffnen kann. Nun gut wieder was dazu gelernt. Wer mal Interesse hat das auszuprobieren, kann mal die Augen offen halten wann der Verein wieder einen wettbewerb hat oder einen Workshop anbietet, ist des öfteren. Vielleicht sieht man ihn ja auch auf dem CCC im Winter wieder.

Ein Pickset (c)Wikipedia.org

Ein Pickset (c)Wikipedia.org

4 Kommentare zu “Lockpicking – Die Kunst des Schlösseröffnens”


  1. Matthias sagt:

    In category/ubuntu hat das aber nichts verloren…


  2. Florian sagt:

    Immer diese Blo(g|ck)warte…

    Interessanter Artikel! 🙂


  3. matthias sagt:

    @Matthias: Ich hatte oben ja in der Einleitung geschrieben wieso ich es im Planeten veröffentlicht habe und da der Planet Ubuntu bei uns nur die Kategorie Ubuntu einliest, ist es zwangsläufig in der Kategorie gelandet.
    @Florian: Dankeschön 😉


  4. Gerd sagt:

    Hey Finnde den Artikel auch interessant 😉 Mfg Gerd

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